Mittwoch, 24. Mai 2017

Stoffinventur mit der App Cora

Ich gestehe, ich bin ein kleiner Monk. Ich liebe es, Listen zu erstellen und Dinge zu katalogisieren. Und dann kann man so schöne Statistiken bilden über Menge und Preise und Zeit und überhaupt. So geht's mir auch mit meinen Stoffen und schon von Anfang an suche ich nach einer Möglichkeit, meine Stoffe zu inventarisieren.

Vor einer Weile habe ich mir einen kleine Ordner angelegt und angefangen, kleine Stoffquadrate zu schneiden, auf Papier zu heften und ein paar Informationen dazu zu schreiben: wo gekauft, wie viel bezahlt, wie Stoff und wie verarbeitet.
Allerdings macht das Arbeit und man hat den Ordner natürlich genau dann, wenn man im Stoffladen steht und wissen möchte, welche Kombistoffe man eventuell hat.

Irgendwo hab ich nun vor einer Weile von der App Cora gelesen und natürlich gleich mal in der Probeversion runtergeladen. 5 Stoffe kann man in dieser Version runterladen. Mir hat's gefallen und ich hab mir das Upgrade zur Vollversion für 7,99 Euro gegönnt - Ihr werdet gleich sehen, für den Leistungsumfang ist das nicht viel.

Ich nutze die App auf meinem IPhone. Ich konnte nicht herausfinden, ob es die App auch für andere Systeme gibt.

Die App ist bisher nur in Englisch verfügbar. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das für Euch ein Problem darstellt, die meisten Begriffe kennt man sicherlich auch ohne Englisch studiert haben zu müssen.

Stoffe anzeigen lassen


Aber genug geplaudert, ich zeig Euch erst mal, wie sich die Stoffe in der Übersicht darstellen:
man kann sie sich entweder in einer Liste oder in einer Kachelansicht darstellen lassen. In der Liste sieht man insgesamt weniger Stoffe, dafür ist das Bild pro Stoff natürlich größer. In der Kachelansicht hat man dagegen einen größeren Überblick über seine Stoffe.

erfasste Stoffe anschauen

Mehr als 24 Stoffe passen aber auch nicht in die Kachelansicht. Da hilft es, dass man die Ansicht sortieren kann, z.B. nach Alter, nach Farben oder nach Typ. Wenn ich z.B. sehen will, welche Stoffe zusammen passen könnten, sortiere ich nach Farben und schon sehe ich alle blauen Stoffe nebeneinander.

Alternativ kann man aber auch nach vorgegebenen Kriterien filtern, z.B. nach Materialart. Wenn ich sofort losnähen will, filter ich nach bereits gewaschenen Stoffen.
Und wenn das alles nicht hilft, kann man auch einfach nach eigenen Begriffen suchen. Die Suche funktioniert dabei in allen Feldern, sogar im Freitextfeld. Hier im Beispiel habe ich nach Stoffen gesucht, die ich bei Rotznasen und Zuckerschnuten gekauft habe und schon zeigt er mir alle Stoffe von dort an.

Die Sterne sind übrigens für die Favoriten gedacht - ich nutze sie aber für die Stoffe, die ich bereits eingesetzt habe. Das erleichtert mir das wiederfinden ungemein.

Sortieren, Filtern und Suchen in der App

Stoffe erfassen


Und wie kommen die Stoffe nun in die App?

Man drückt auf das Plus am unteren Rand der App schon ist man in der Eingabemaske. Zuerst kann man das Foto erfassen, entweder indem man ein Foto macht oder indem man ein Foto aus den Alben auswählt. Allerdings funktioniert das bei mir mit der Kamera aus der App heraus nicht, deshalb fotografiere ich zuerst alle Stoffe und wähle dann in der App das Bild aus.

Noch ein Tipp zum Fotografieren der Stoffe: wenn man die Kamera nur auf den Stoff hält, wird die Farbe oft falsch dargestellt, inbesondere wenn kein weiß oder schwarz im Stoff enthalten ist. Das liegt daran, dass der Kamera der Bezugswert fehlt. Es hilft dann, den Stoff auf einen weißen Hintergrund zu legen und einen kleinen Streifen weiß mitzufotografieren. Dadurch wird die Farbwiedergabe deutlich besser. Den Streifen kann man dann ja immer noch wieder wegschneiden.

Die App macht es einem super-einfach, alle Infos zu erfassen, weil man schon einmal benutzte Wörter wieder angeboten bekommt. Auf dem Bild wird mir z.B. Rosa und Rot als Farben angeboten, sobald ich das R eintippe.

Stoffinfos eingeben

Und was kann man alles erfassen? Naja, quasi alles, was zum Stoff gehört:

  • in welchem Stoff liegt der Stoff und ist er bereits gewaschen?
  • um welche Stoffart handelt es sich?
  • was für ein Design befindet sich auf dem Stoff und in welchen Farben?
  • wo und wann wurde der Stoff gekauft, in welcher Länge und wie viel wurde bezahlt?
  • von welchem Designer ist der Stoff und wie heißt er?
  • und schließlich gibt es noch ein Freitextfeld, wo man beliebige Informationen eintragen kann. Ich nutze das Feld, um eventuell bereits bestehende Nähpläne festzuhalten oder ob ich den Stoff bereits vernäht habe

Stoffinformationen erfassen

Und schließlich gibt es auch noch eine ganz gemeine Ansicht: sie zeigt nämlich an, wie viel Stoff man eigentlich hat. Sowohl die Anzahl als auch die Gesamtlänge. Uff. Ich weiß gar nicht, ob ich das wirklich so genau wissen wollte. Ist doch ganz schön viel, dabei hab ich noch nicht mal alles erfasst.
Aber ich wäre ja nicht Statistik-Freak, wenn mir genau die Ansicht nicht doch gefallen würde.

Ansicht My Stash

Kennt Ihr die App schon? Oder wie behaltet Ihr den Überblick? Vielleicht ist Euch ja auch gar nicht so wichtig und Ihr wählt ganz spontan vor dem Schrank aus, welchen Stoff Ihr verwenden wollt? Erzählt mir doch bitte in den Kommentaren, wie Ihr vorgeht.
Und wenn Ihr noch einen Tipp für mich habt, wie ich Überblick über meine Schnittmustersammlung bekommen kann, dann bitte immer her damit!

Sonntag, 21. Mai 2017

Sonntagstalk am 21. Mai 2017

Schon wieder eine Woche rum und die Zeit rast!

Gekauft


Yep, hab ich. Da ich hier aber gewisse Mitleser habe, darf ich leider nicht viel verraten. Für alle Nähinsider sage ich nur: Shapelines!

Genäht


Bisher noch gar nichts diese Woche.
Auf dem Plan steht ja als nächstes ein Hollyburn Rock von sewaholic pattern. Den werde ich erst einmal in einem Probestoff nähen, ich habe nämlich noch keinen Rock genäht bisher und schon gar nicht mit Webware. Da die aber deutlich weniger verzeiht, also der gutmütige Jersey, muss ich erst einmal herausfinden, wie das so funktioniert und vor allem  ob die Passform auch meinen Rundungen entspricht.
Und dann will da auch noch ein nahtverdeckter Reißverschluss eingenäht werden, auch das wird eine Premiere.

Den Rock gibt es in drei Längen, ich werde jetzt erst einmal bei anderen Näh-Bloggerinnen stöbern, wie die einzelnen Längen so aussehen.
- bei Marja Katz gibt es ein besonders schönes Beispiel, hier sitzt der Rock aber eher auf der Hüfte, nicht in der Taille
- Frau Knopf nähte schon ganz viele verschiedene Modelle, hier kann man sich ganz wunderbar Ideen holen

Wenn das Probemodell sitzt, möchte ich meinen schönen hellbraunen Stoff mit den kleinen Edelweißblumen drauf verwenden. Den habe ich im Winterschlussverkauf bei idee bekommen.

Sprich: ich werde die nächste 2-3 Woche damit zu tun haben.

zwischendurch muss ich noch ein Geburtstagsgeschenk fûr meine Mutter nähen, sie reist ja sehr viel und da wäre das Reiseetui von Pattydoo perfekt.

Mittwoch, 17. Mai 2017

Ella mit amerikanischem Ausschnitt

Nachdem mir meine Apfel-Ella schon so gut gefallen hat, wollte ich unbedingt noch ein weiteres Modell ausprobieren, dieses Mal unbedingt mit dem Taillenband und dem amerikanischem Ausschnitt.

Schnittmuster Ella von Pattydoo mit amerikanischem Ausschnitt

Der Stoff

Auf dem Stoffmarkt habe ich einen schönen leichten Jacquard-Stoff gefunden. Er hat mit dunkelblau, hellblau und weiß schöne klare Farben und ist darin leicht strukturiert. Der Stoff ist gut dehnbar, ich hab ein bisschen die Befürchtung, dass er schnell ausleiern könnte, da werde ich vor allem beim Waschen aufpassen müssen

Zum Stoffkauf gibt es eine recht witzige Geschichte: an einem Stand auf dem Stoffmarkt habe ich nach langem Suchen endlich den perfekten Jacquard gefunden. Den Ballen hatte ich schon in der Hand und wollte ihn gerade der Verkäuferin zum Abschneiden geben. Allerdings war vor mir noch eine andere Kundin dran. Eigentlich wollte diese nur ein Schnittmuster und zeigte dann auch noch genau auf "meinen" Ballen und wollte davon auch 2m. Die Verkäuferin fragte, wie viel ich wollte, tja leider hätte es mit meinen gewünschten 2m nicht mehr für uns beide gereicht. Die andere Kundin war dann schnell bereit davon zurück treten und nur das Schnittmuster nehmen - sie war sich eh nicht sicher, ob der Stoff der Richtige wäre. Das aber wiederum wollte die Verkäuferin nicht. Schnittmuster gäbe es nur, wenn man auch Stoff kaufen würde. Also haben wir einfach einen Deal gemacht. Ich habe Stoff und Schnittmuster erworben und sie hat mir das Schnittmuster dann abgekauft. So hatten wir beide, was wir wollten.

Für das Taillenband und das Bündchen am Ausschnitt habe ich einen passenden dunkelblauen Jersey gefunden. Den gab es bei Rotznasen und Zuckerschnuten als Reststück. Ich hätte gern mehr davon, der fässt sich nämlich toll an! Für den Saum habe ich Schrägband in gleicher Farbe aus Baumwollwebstoff gekauft.

Schnittmuster Ella von Pattydoo mit amerikanischem Ausschnitt

Das Nähen


Ich habe mir ja dieses Mal den amerikanischen Ausschnitt ausgesucht. Nachdem es ein paar Mal nicht so gut gelaufen ist, habe ich ja riesigen Respekt vor Ausschnitten und ich habe mir wirklich viel Mühe gegeben, das Jersey-Bündchen gleichmäßig zu verteilen und beim Annähen wirklich nur das zu dehnen und bloß nicht den Kleiderstoff. Und, yeah, es ist wirklich gut geworden und das Bündchen liegt richtig schön an.

Den amerikanischen Ausschnitt zu nähen, war dann nicht sehr schwer, einfach Rückteil auf Vorderteil legen und nicht oben aneinander nähen, sondern an der Armkugel. Beim Anziehen habe ich dann gemerkt, dass Vorder- und Rückteil ein bisschen auseinander rutschen. Damit das nicht mehr passiert, habe ich beide Teile noch einmal direkt in der Bündchennaht aufeinander genäht: sitzt, wackelt und hat Luft!

Schnittmuster Ella von Pattydoo mit amerikanischem Ausschnitt


Das Taillenband annähen ging auch problemlos, einfach gut gesteckt und genäht, fertig. Die Nähte sitzen auch perfekt aufeinander. Ich fummel immer ziemlich lange, bis ich halbwegs sicher bin, dass die Nähte aneinander stoßen und stecke mit mindestens zwei Nadeln fest, aber es zahlt sich dann doch aus.

Eine Herausforderung war dann noch mal der Saum. Ich habe nicht dehnbares Schrägband gekauft uuund ich habe meinen Schrägbandeinfasser ausprobiert. Und was soll ich sagen, es flutschte nur so. Endlich mal ein Schrägband, wo nichts rausrutscht und die Naht einfach nur perfekt gerade sitzt. Ich stell den Schrägbandeinfasser in einem späteren Posting noch einmal genauer vor. Da das Schrägband nicht dehnbar ist, schwingt der Saum leicht nach außen. Aber eigentlich finde ich, dass das gut zu dem Kleid passt.

Die Ärmelsäume wollte ich eigentlich auch wieder mit der Zwillingsnadel säumen. Aber der Stoff ist sehr weich und die Naht sah nicht gut aus, es hat den Stoff zu sehr zusammen gezogen. So habe ich ein paar Ziernähte probiert und dann einen Stich gefunden, der gut zum Muster passt. Immer gut, sowas erst auf einem Stück Probestoff zu testen!

Schnittmuster Ella von Pattydoo mit amerikanischem Ausschnitt


Schnitt: Ella von Pattydoo

Stoff: Jaquard vom Stoffmarkt, leider habe ich mir den Verkäufer nicht gemerkt. Wirklich schade, der Händler hatte so eine tolle Auswahl, ich hätte sehr gern mehr davon!

Anpassungen: eigentlich keine, höchstens indirekt, weil ich den Saum ja nicht nicht umgeschlagen und festgenäht habe, sondern mit Schrägband eingefasst. Dadurch ist der Rock natürlich länger als vorgesehen. Aber die Länge gefällt mir gut so, ich fühle mich sehr wohl in den Kleid.

Fazit: Ich freue mich sehr über das Kleid, eins meiner besten Werke bisher. Es ging diesmal nichts schief. Keine Naht musste aufgetrennt werden. Ich merke, wie ich mit jedem genähten Schnitt besser werde und mehr Erfahrung habe, die ich einsetzen kann. Ein großartiges Gefühl!

Schnittmuster Ella von Pattydoo mit amerikanischem Ausschnitt

Montag, 15. Mai 2017

Kleine Nähfußkunde


Eigentlich wollte ich mir nur einen Schrägbandfuß kaufen. Dann habe ich aber bei Amazon diese Box mit verschiedenen Nähfüßen gefunden, die unter anderem auch einen Schrägbandfuß enthielt. Da der Verkäufer bisher gute Bewertungen erhalten hat und die Rezensionen gut waren, habe ich gleich die ganz Box genommen.



In der Box sind 32 verschiedene Nähfüße enthalten. Die Nähfüße sind liegen in Schaumstoffausbuchtungen und sind somit gut und sicher verpackt.

Passen die Füße auf meine Nähmaschine?


Die Füße werden mit dem "Snap-on" Mechanismus an die Maschine gesteckt. Der Steg, an dem sich der Nähfußhalter "festkrallt" ist ca 5 mm breit. Das heißt die meisten modernen Maschinen, die man heute im Handel erhält, sollten kompatibel sein. Bei Amazon werden brother, Singer, Privileg, AEG, Janome, Juki, Toyota und Husqvarna genannt. Eine Kundin schreibt, dass sie bei ihrer der Pfaff tipmatic (mit IDT-System) nicht passen. Ich meine, Bernina hat auch ein eigenes System.


Wofür braucht man 32 Nähfüße?


Einige Nähfüße sehen arg merkwürdig aus. Aber glücklicher Weise ist auf den Deckel eine Übersicht mit englischen Bezeichnungen abgedruckt. Ich habe mir mal die Mühe gemacht und mir zu jeder Bezeichnung eine deutsche Übersetzung gesucht. Dazu habe ich die Füße auf dem Foto unten durchnummeriert.

Ich werde auch versuchen, alle Fäße nach und nach auszuprobieren. Die jeweiligen Posts verlinke ich dann hier.


Erste Reihe:

1. Braiding Foot = Bandannähfuß, zum Annähen von bis zum 6 mm breiten Bändern oder Gummibändern

2. Fringe Foot = Fransenfuß, erzeugt kleine Fransen

3. 5 Hole Cording Foot = Kordelnähfuß für 5 Kordeln

4. 7 Hole Cording Foot = Kordelnähfuß für 7 Kordeln

5. Edge Joining Foot = Kantennähfuß zum Nähen dicht an der Kante

6. 1/4'' Quilting Foot = 1/4 Inch Quiltfuß

7. Straight Stitch Foot = Geradstich-Fuß

Zweite Reihe:

8. Open Toe Embroidery Foot = offener Fuß zum Sticken

9. Round Beat Foot

10. Zig Zag Foot = Zickzackfuß

11. Cording Foot = Kordelnähfuß

12. 1/4'' Quilting Foot = 1/4 Inch Quiltfuß

13. 9-Groove Pintuck Foot = Biesenfuß für 9 Biesen

14. Qvercast Foot = Overlockfuß

Dritte Reihe:

15. Stitch Guide Foot = Stichführungsfuß mit kleinem Lineal zum exakten Führen an Kanten

16. 5-Groove Pintuck Foot = Biesenfuß für 5 Biesen

17. Satin Stitch Foot = Satinstich für dichte Satinstiche

18. Jaguar = Kordelnähfuß?

19. Double Welting Foot

20. Invisble Foot = Reißverschlussfuß für unsichtbare Reißverschlüsse

21. Roller Foot = Rollenfuß, zum besseren Transportieren glatter Stoffe, z.B. Kunstleder oder beschichteter Stoffe

Vierte Reihe:

22. Blind Stitch Foot = Blindstichfuß zum Annähen von Säumen

23. (A9) Applique foot = Applizierfuß (9 mm), durchsichtig, um besser sehen zu können

24. Oben Toe Foot = offener Nähfuß für bessere Sicht beim Applizieren

25. Darning Foot = Freihandnähfuß

26. Shirring Foot = Kräuselfuß zum Kräuseln des Stoffs

27. 1/8'' Round Hemmer Foot = 1/8 Inch Rollsaum Fuß

28. Hemmer Foot = Rollsaum Fuß

Fünfte Reihe:

29. Darning Foot Low Shank = Freihandnähfuß oder Stickfuß

30. Adjustable Bias Tape Binder Foot = Schrägbandeinfasser

31. Kint (Knit?) Foot = Obertransportfuß zum besseren Tranpsort von Jersey u.ä. Stoffen

32. Zipper Foot Low Shank = Reißverschlussfuß


Ich habe für die 32 Nähfüße knapp 18 Euro bezahlt. Alle bisher ausprobierten Nähfüße funktionieren prima. Die Verarbeitung erscheint mir gut, ich habe bisher keine scharfen Kanten oder Ecken festgestellt.

Sonntag, 14. Mai 2017

Sonntagstalk am 14. Mai 2017

Hallihallo, lange war es recht ruhig hier. Das lag vor allem daran, dass wir die letzten Wochenende fast immer unterwegs waren und ich kaum zum Nähen gekommen bin. Dass wir in Lissabon waren, habe ich ja schon erzählt. Danach das Wochenende waren wir zum Spreewaldmarathon in Lübbenau und vorletztes Wochenende dann im Elbsandsteingebirge zum Wandern. Aber nun hat sich wieder ein bisschen was angesammelt, was ich berichten kann.

Gekauft

Ich war standhaft. Lange. Also bis diese Woche. Dann habe ich bei Stoff'n'Schnitt entdeckt, dass der wunderschöne Anicara-Modal wieder verfügbar ist. Das Design ist soooo schön! Der Kombistoff Coffee Rose musste natürlich auch mit. Und "durchgepustet" mit der hübschen Pusteblume gab es auch. Und ich musste meine Neugier befriedigen und dem Hype um Double Gauze folgen.
Die Lieferung war richtig schnell, nach nur 2 Tagen hatte ich mein Päckchen zu Hause - toll!

Stofflieferung von Stoff'n'Schnitt

Lillestoff Modal und Double Gauze


Schnittmuster habe ich nicht gekauft. also nicht so direkt. Die neue Burda musste natürlich mit. Und die finde ich dieses Mal richtig toll, sie enthält viele schöne Blusenschnittmuster, die ich gern nähen möchte. Das Blusen auf meinem Projektplan demnächst ansteht, habe ich ja schon letztes Mal berichtet.
Es ist sogar in der Nähschule eine Bluse zum Schritt für Schritt nachnähen enthalten. Das werde ich auf jeden Fall machen, vielleicht mit meinem schwarz-weißen Pünktchenstoff vom Stoffmarkt. Ich glaube, der wäre perfekt.

Titelbild Burda 06 2017

Genäht

... habe ich auch. Meine zweite Ella ist kurz vor Fertigstellung. Ich habe mich ja für die Variante mit amerikanischem Ausschnitt und 3/4-Ärmeln entschieden. Ich muss "nur" noch säumen.
Der Ausschnitt ist mir gut gelungen, finde ich, liegt perfekt an.
Den Rocksaum will ich mit einem Schrägband säumen, in der gleichen Farbe wie am Ausschnitt und in der Taille. Ich bin gespannt, wie mir das gelingen wird! Drückt mir die Daumen!

Kleid Ella von Pattydoo ungesäumt auf dem Bügel


Als nächstes stehen laut Plan dann an:
- Rock Hollyburn
- und dann Blusen Blusen Blusen. Ich weiß noch nicht genau, welche, ich werde wohl mal meine SM durchschauen und mir Gedanken machen.

Entdeckt

Also nicht so richtig neu entdeckt, aber endlich mal umgesetzt: ich habe mir ein Logo basteln lassen bei Fiverr. Die Plattform haben ja schon vor einer ganzen Weile die Mädels von jetztkochtsieauchnoch und Feierabendfrickelein vorgestellt. Ich habe den Designer graphics_land gewählt. Es hat dann doch mehrere Iterationen gedauert, weil ich er nicht so richtig genau meinen Anweisungen gefolgt ist. Ich hatte den Eindruck, er macht sich die Arbeit etwas leicht (nun ja, er verlangt auch nicht viel, aber ich hätte auch mehr gezahlt...). Aber am Ende war ich doch sehr zufrieden.

Dann gibt es einen neue Podcastfolge von Nahtzugabe 5 cm zum anstehenden Serien Sew Along. Das klingt ziemlich spannend, aber es klingt auch aufwändig. Ich bin mir nicht sicher, ob das schon was für mich wäre.

Und schließlich hab ich die App Cora entdeckt. Da kann man seinen Stoff mit organisieren. Ich steh ja auf sowas, katalogisieren, inventarisieren, ordnen... bin da ein kleiner Monk. Die App gefällt mir ziemlich gut, man zu einem Foto des Stoffes Informationen wie Kauf, Stoffqualität, Menge usw. erfassen und hat auch ein paar hübsche Statistiken zum Stash. Wenn ich ein paar mehr Erfahrungen gesammelt habe, werde ich berichten!

Screenshot der App Cora


Näht Ihr eigentlich auch nach Plan, oder entscheidet Ihr ganz spontan, was als Nächstes an der Reihe ist? Berichtet doch mal bitte in den Kommentaren, ich bin neugierig
Und wer von Euch will beim Serien Sew Along mitmachen?
Und wie macht Ihr das eigentlich mit Euren Stoffen? Katalogisiert Ihr die irgendwie? Oder liegen die einfach im Schrank und Ihr wisst, was und wie viel Ihr habt?

Sonntag, 23. April 2017

Sonntagstalk am 16. April 2017

Na Ihr? Habt Ihr die Osterfeiertage gut überstanden? Meine Woche war nähtechnisch etwas dünn, wir waren nämlich gar nicht zu Hause. Statt hier in Deutschland der Kälte zu trotzen, haben wir Sommerwetter in Lissabon genossen. Man mag es kaum glauben, aber wir waren sogar im Atlantik baden. Es war herrlich!

Gekauft

Während wir in Lissabon mit der süßen alten Straßenbahn durch die Gässchen gezockelt sind, sind mir in der einen Stelle ein paar Läden aufgefallen, die ganz viele Knöpfe, Bänder und ähnlichen Tüddelkram im Schaufenster hatten. Aussteigen ging da aber gerade nicht, aber ich wäre ja nicht nähverrückt, wenn ich mir nicht genau die Straße gemerkt hätte und den besten Grillmeister der Welt am letzten Tag nicht dorthin gelotst hätte ;-) Und tatsächlich gab es dort einige sehr knuffig kleine etwas angestaubte Kurzwarenläden. Am Ende der Gasse fanden wir dann auch noch einen Stoffladen, der wunderschöne edle Seidenstoffe führte. Allerdings waren die Preise (fast 50 Euro der Meter!) ordentlich hoch, so dass ich dann doch lieber die Finger davon gelassen habe.

Aber schaut mal, ein richtig schöner alter Laden:

Stoffe kaufen in Lissabon

ABER, 2 Straßen weiter (eine Parallelstraße zur Haupteinkaufsstraße Rua Augusta) gab es dann noch einen weiteren Stoffladen (Ouro Texteis) mit einer riesen Auswahl an Baumwollwebstoffen vielen vielen Blusenstoffen. hach, herrlich! und so schwierig, da was auszuwählen! Ich habe mich letztendlich für 2 schöne Stoffe entschieden, beide haben nur 8,50 Euro pro Meter gekostet, also durften einmal 2 und einmal 3 Meter mit.

Stoffe kaufen in Lissabon

Gefunden

Heute hab ich was ganz besonderes für Euch: Ich hab auf Youtube eine Sendung aus den 50er Jahren entdeckt: Guter Rat am Zuschneidetisch. Verlinkt hab ich Euch eine Folge, in der es um Hauskleider geht. Unterschieden wird da in "Küchenkleider" mit großen Taschen, die Platz für ein Staubtuch oder ein Küchenutensil bieten - man will schließlich adrett und dekorativ aussehen und in "Apres jour"-Kleider, also Kleider für den Abend, schließlich will man sich am Abend für die Familie ein wenig hübsch machen.
Von diesen in Ohren recht befremdlich klingenden Ansagen abgesehen, finde ich faszinierend, wie selbstverständlich anscheinend damals noch ein Schnittmuster aufgezeichnet wurde und wie selbstverständlich mit Abnähern und Passen jongliert wurde. Und kann es sein, dass viele damals tatsächlich noch per Hand genäht wurde? Man würde 5-6h für ein einfaches Kleid benötigen?
Sehr süß fand ich die älteren Damen, die ebenfalls für die abendlichen Hauskleider gemodelt haben - "da fehlen ja noch die Taschen!".
Irgendwie schade, dass es solche Sendungen heute nicht mehr gibt.


Mittwoch, 19. April 2017

Hoodie Nelly

Ach man, da hat man sich so auf das Frühlingswetter gefreut und nun ist es wieder so kalt geworden. Hier kommen sogar ab und an Schneeflocken runter! Das ist doch nun wirklich nicht nett. Bloß gut, dass ich mir letztens noch einen kuscheligen Hoodie genäht habe. Der ist jetzt genau richtig und wärmt schön.

Die Schnitte von Pattydoo haben sich bei mir ja nun wirklich schon bewährt, ich hab die Lynn genäht, das Wasserfallshirt Scarlett, das Kleid Ella und das Shirt Liv. Alle passen richtig gut. Und da hab ich mir nun natürlich auch den Hoody Nelly ausgesucht, der schön tailliert und durch die Möglichkeiten zur Teilung echt vielseitig ist.

Dieses Mal hatte ich mir den Schnitt als Papierschnitt gekauft - und war sehr froh drüber. Das sind nämlich unendlich viele Schnittteile, die zusammengeklebt werden müssen. So war das dann doch etwas einfacher.


Stoffkombination

Ich hatte mir vor einer Weile schon zwei schöne Stepsweat in Bordeaux und in Beige mit Schwalben bestellt. Dummerweise hab ich nicht aufgepasst und statt einem Meter und jeweils nur einen halben genommen - schön blöd! Glücklicher Weise gab es genau diese Stoffe auch bei Rotznasen und Zuckerschnuten, so dass ich mir da noch einmal eine größere Menge von dem roten Stoff geholt habe. Jetzt hat der beigefarbene Schwalbenstoff für die obere Hälfte, den Kragen und die Armbündchen gereicht. Für den Saumbund habe ich dann einen ähnlich farbenen Bündchenstoff genommen.


Das Nähen

Beim Zuschneiden des Stoffes habe ich darauf geachtet, dass das Muster in den Teilungsnähten trifft. das ist mir auch ganz gut gelungen. Allerdings glaube ich, dass eigentlich vorgesehen war, das Schnittmuster auf links zu legen, um zu schneiden. Ich habe die Teile auf die rechte Stoffseite gelegt und irgendwie fürchte ich, ich habe dann den rechten Ärmel als linken Ärmel zugeschnitten? Jedenfalls war dann der falsche Arm dran und das Auftrennen war richtig doof!

Ich bin sehr sehr zufrieden mit dem Hoodie, der sitzt gut und trägt sich richtig toll.



Schnitt: Nelly von Pattydoo

Stoff: Steppsweat Kelly Print von Swafing in Bordaux und in Beige mit Schwalbenmuster

Anpassungen: Den Kragen habe ich um 5-6 cm gekürzt, weil er sonst genau vor meinem Kinn gestanden hätte, das hätte mich gestört. Den Hoodie selbst habe ich um 3 cm verlängert, damit er auch den unteren Rücken gut wärmt, meine Lynn ist da nämlich etwas knapp. Genauso würde ich ihn wieder nähen.

Fazit: Ein spannender Schnitt, der sich jedes Mal anders umsetzen lässt. Ich werde ihn bestimmt noch einmal als Shirt aus Jersey probieren.